Die Wechselhaftigkeit des Lebens zu akzeptieren, ist wohl die einzige Voraussetzung für Zufriedenheit.

 

 

 


Am Wegrand

Psychoanalyse
Dies ist der Kern der aufklärerischen Idee der Psychoanalyse:
Unbewusste Motive zwingen uns zum Handeln, denn sie wirken wie Ursachen; aber wenn wir sie in bewusste Motive oder Absichten verwandeln, werden aus Ursachen Gründe, gegen die wir uns entscheiden können.

Kränkungen
Um unseren Patienten Kränkungen zu ersparen, übertreiben wir es manchmal mit der Einfühlung. Wir wissen dann „zu gut“, was sie brauchen und verzichten auf eine womöglich kränkende Deutung, mit der Folge, dass diese sich nicht entwickeln können. Doch die schmerzlichen Erfahrungen, die Patienten durch „hinreichend gute“ Deutungen machen, sind den unvermeidlichen Schmerzen vergleichbar, die Säuglinge beim Rollenwechsel der Mutter von der „optimalen Versorgung“ zur „optimalen Versagung“ verkraften müssen: Wenn die Mutter zu gut weiß, was ihr Kind braucht, hält sie es in der Symbiose und nimmt ihm den Raum für eigene Entwicklungen.

Die Anderen
Oft richten wir unser Leben nach dem aus, was „die anderen“ von uns halten, oder was wir glauben, was sie von uns halten, wer immer diese anderen auch sein mögen...

Hässlich
Hässlich in seiner eigenen Wahrnehmung. Zu dick. Das sieht man doch. Gemessen an welchen Maßstäben? Kleidergröße 44. Wenn ich noch mehr zunehme, muss ich meine Kleider in Geschäften kaufen, die auf Übergrößen spezialisiert sind.
Unser Selbstbild hängt von Modegeschäften ab? Ja, das könnte man sagen. Man hat dann das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören. Dass ich mit meinem Körper in normalen Geschäften nichts mehr finde, sondern Spezialgeschäfte aufsuchen muss. Konfektionskleidung wird für die breite Masse angefertigt. Das bedeutet nichts anderes, als dass die große Gruppe jener Frauen, die häufig Kleidung kaufen, hauptsächlich Größe 44 und darunter trägt. Mehr bedeutetes es nicht. Es sagt nichts darüber aus, was schön ist oder wie man auszusehen hat.
Es sagt dagegen alles darüber aus, was gekauft wird und von wem. Die Masse ist kein Maßstab. Und was ist mit den Leuten, die die Mode entwerfen? Sie bevorzugen doch keine schlanken Mannequins, weil die Masse auch so ist. Sie tun es, weil es schöner aussieht. Männer werden aber nicht angetörnt von großen, klapperdürren Models mit einem arroganten Blick in ihren ausgezehrten Gesichtern. Sie betrachten Mannquins nicht als Frauen. Die Welt der Mode hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun, sie ist eine Illusion, Kunst. Die meisten Männer stehen auf Fleisch: Hüften, Brüste, Hintern. Etwas zum Anfassen. Richtige Frauen. Keine knochigen Karrikaturen.
Ein molliger Körper steht seit Menschengedenken für Wohlstand, für Fruchtbarkeit, das ist immer so gewesen. Man braucht sich nur einmal die Gemädle alter Meister anzuschauen, um zu erkennen, wie attraktiv sie alle füllige Frauen gefunden haben. In den Ländern, in denen der Kommerz noch nicht Fuß gefasst hat, ist das bis heute so.

Entwicklung
Man kann sich nicht entwickeln und dabei keinerlei Risiko eingehen.
Um weiterzukommen, muss man loslassen.

Höflichkeit
Höflichkeit bezeichnet die Fähigkeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu gestalten. Ihre Erscheinungsformen sind Benehmen, das sich an den gesellschaftlichen Verhaltensregeln orientiert, Rücksicht, Achtung vor dem anderen und sich selbst sowie Bescheidenheit.
Höflichkeit korrespondiert immer mit Ehrlichkeit. Höflichkeit ohne Ehrlichkeit ist Heuchelei. Ehrlichkeit ohne Höflichkeit ist verletzend.
Höflichkeit als Hintanstellung der eigenen Interessen und Bedürfnisse ist eine sozial begründete Aggressionshemmung. Gewisse Spielregeln müssen beachtet werden. Eine übertriebene Höflichkeitsanforderung kann dazu führen, dass aggressive Impulse verleugnet oder verdrängt werden.

Bienenhof
Die Welt ist in Wirklichkeit ein großer Bienenhof und die Regeln für Bienen gelten überall: Hab keine Angst, denn keine Biene, der ihr Leben lieb ist, wird dich stechen. Aber sei auch kein Dummkopf; trag lange Ärmel und lange Hosen. Schlag bloß nicht um dich. Denk noch nicht einmal daran.
Wenn du wütend bist, dann pfeife. Wut regt die Bienen auf, während Pfeifen beruhigt.
Benimm dich so, als wüsstest du ganz genau, was du tust, selbst wenn das nicht stimmt.
Und vor allem, schick den Bienen Liebe. Jedes noch so kleine Ding auf dieser Welt will geliebt werden.

Gesundheit
Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen“.

Entscheidungen
Das Problem ist, dass wir zwar wissen, was wichtig ist, aber wir entscheiden uns nicht, es auch zu tun.
Das Schwierigste auf der Welt ist, das, was wichtig ist, auch zu tun.

Delegieren
In Vietnam gab es eine Kampfeinheit, die konstant weniger Verluste und Verletzte hatte als vergleichbare Einheiten. Der militärischen Führung ist das aufgefallen. Man wollte natürlich das Geheimnis dieser Einheit wissen. Was machen die anders, sodass sie unbeschadet aus schwierigen Situationen kommen. Es dauerte lange, bis man hinter das Geheimnis kam:  Sobald diese Einheit in die Nähe des Einsatzgebietes kam, tauschten sie untereinander die Rangabzeichen aus. Sie konstellierten die Ränge entsprechend der aktuell gestellten Aufgabe. Alle hatten ein Interesse gesund wieder zurück zu kommen. So wurde der zum „Commander“ ernannt, der für diese Aufgabe am geeignetsten erschien. Der offiziell Ranghöchste ordnete sich irgendwo weiter unten ein. Kurz bevor sie wieder zu Ihrer Truppe zurück kamen, stellten sie dann wieder die offizielle Rangordnung her.
Irgendwo ist ja vielleicht klar, dass einer, der im „zivilen“ Leben Commander einer berüchtigten Jugendlichen-Straßengang gewesen war, für manche gefährliche Kriegseinsätze als Befehlshaber besser und kaltblütiger  geeignet ist als ein Sohn aus gutem Hause mit einer Ausbildung an der Militärakademie.

Bildquelle: © johnnyb / PIXELIO

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